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Tilbakke fra Torsvag – Riesenbutt inklusive

Einen Reisebericht zu verfassen, von dem die meisten Details und Bilder schon im Netz publiziert wurden ist gar nicht so einfach, aber ich will es trotz allem Versuchen. Vielleicht kann ich ja auch noch das ein oder andere Detail zu dem Riesenkveite und dessen Fang durch Stefan beitragen. Ich bin jedenfalls stolz darauf das ich bei einem so bewegenden Ereignis live dabei sein durfte und dem "Rettungsteam" um Bjoernar angehört habe, aber dazu später mehr.

Als erstes muss ich mal folgendes loswerden:
Meine Hochachtung und den vollen Respekt für Stefan, der diesen Riesen erlegt hat.

Und dann werde ich mir nun mal die Zeit nehmen und den Reiseablauf so genau wie möglich wieder geben.

Fangen wir also mal ganz vorne an:

Norwegentreffen 2007, wir waren das erste Mal dabei und genossen einen schönen Abend. Davon ausgehend das es nicht mehr besser werden könnte, lauschten wir der Preisverlosung und hofften auf einen Treffer. Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, hofften wir auch noch als es an die Hauptpreise ging. Als die Spannung unerträglich wurde traf uns das Los in Form eines Reisegutscheins nach Torsvag. Die Freude war natürlich riesig und wir haben uns noch am gleichen Abend mit Sonja, Leyla, Bjoernar und Jonny bekannt machen können.

Da wir für 2007 bereits eine Norwegenreise geplant hatten wurde der Termin auf April 2008 avisiert. Die endgültige Fixierung des Termins gelang dank Karstein problemlos und auch die Vorabinformationen sowie Unterstützung mit Harpune, Gaff und Transportrohr durch Karstein hat uns sehr geholfen. So mussten nur noch die Flüge bei Norwegian gebucht werden und wir konnten alles auf uns zukommen lassen.

Anreisetag 14.04.2008:

Morgens um 8.00 Uhr trafen wir uns in Berlin Spandau und packten das Auto um zu Flughafen Schönefeld zu fahren. Der Flug nach Oslo war für 11.15 Uhr angesetzt und wir wollten rechtzeitig vor Ort sein. Da wir problemlos durchkamen waren wir auch die ersten am Check-Inn und hatten erst einmal viel Spaß mit dem Securitypersonal die unser Gepäck durchleuchten durften. Es gab da so einige A-ha-Effekte, bei der Betrachtung der Röntgenbilder. Bis dahin ging alles gut und wir kamen zum Check-Inn, leider war es hier vorbei mit dem Glück, denn 20kg Übergepäck schlugen mit schlappen 160,00€ zu buche und schmälerten schon am Anfang die Reisekasse.

Torsvag 2008.
Mit dem schlimmsten rechnend haben wir Oslo noch mal das Gepäck umgeschichtet. Aber hier interessierte sich niemand für unser Übergepäck und eine weitere Zahlung. Das Geld haben wir dann lieber in ein paar Ringör-Pilsener investiert und somit die Zeit bis zum Abflug nach Tromsö vertrieben. Es lief jetzt wieder reibungslos und unser Erlebnis aus Berlin war schnell vergessen. In Tromsö am Flughafen hielt ich Ausschau nach Bjoernar, aber er war nicht da. Stattdessen sprach uns ein bis dato unbekannter in Deutsch an. Er stellte sich als Stefan vor und auf der Fahrt nach Torsvag erfuhren wir das er 6 Jahre auf Langeland als Guide gearbeitet hatte und im letzten Jahr das erste Mal mit Volker in Torsvag war. Nunmehr seit 4 Wochen arbeitete er bei Sonja als Betreuer und Guide für die Gäste. Er hat seine Sache wirklich gut gemacht und wir hatten viel Spaß miteinander. Einziger Wehrmutstropfen: als Guide hält man sich doch zurück und fängt nicht größere Fische als die Gäste. An dem Abend hatten wir noch Zeit unsere Wohnung zu beziehen sowie einen Smalltalk mit Sonja zu halten und ei Bierchen zu trinken. Danach fielen wir todmüde ins Bett und träumten von den ganz großen.

Tag 2 15.04.2008:

wie vorhergesagt hatte der Wettergott kein Mitleid mit uns und bescherte uns am ersten möglichen Angeltag Wind mit 11m/s und an eine Ausfahrt war nicht zu denken. Also haben wir uns weiter mit Stefan unterhalten und mal abgeklopft was so gehen könnte wenn man nicht auf die heißen Buttplätze kommt. Für den Nachmittag sollte der Wind auf 9m/s abnehmen und wir sollten es mal im Fjord versuchen da wir dort in einem geschützten Bereich wären. Also weiter Abwarten und Kaffee trinken, dabei mal die Skatkarten durcheinander gebracht und gewartet das dass ersehnte Go-Signal kommt. Gegen 14.00 Uhr war es soweit, der Wind hatte sich soweit gelegt das an eine Ausfahrt in den Fjord zu denken war und wir wollten es wissen. Leider brachten uns die Angefahrenen Stellen südlich Koja nicht den ersehnten ersten Fisch und wir hangelten uns langsam auf der gegenüberliegenden Fjordseite auf den Atlantik hinaus.

Trotz einer Gewöhnungsbedürftigen Welle versuchten wir unser Glück und hatten auch schon beim ersten ablassen Fischkontakt. Sowohl am guten alten Bergmann wie auch am Giant zappelte eine Flosse. Wir hatten die Dorschwiese gefunden und fingen jeder unseren ersten Dorsch über einen Meter. Für Ostseeangler echt ein gewaltiger Anblick. Wir schafften es innerhalb kürzester Zeit die Fischkiste zu füllen und da wir nicht in einen Blutrausch geraten wollten brachen wir die Ausfahrt ab als die Kiste randvoll war.

Torsvag 2008.
Zu Hause haben wir noch die Fische versorgt, wobei nur die kleineren zu Filet verarbeitet wurden und die großen für Sonja und mit Sonjas Hilfe für die Fischfabrik vorbereitet wurden. Beim messen kamen 6 Dorsche über 1m zum Vorschein, wovon der größte 113cm und 12 kg hatte. Der persönliche Rekord war also für jeden von uns schon mal eingestellt. Abends nahmen wir noch ein Bier bei Sonja und empfingen die schlechte Nachricht dass für den nächsten Tag 13m/s vorhergesagt wurden. So gingen wir also mit gemischter Stimmung gegen 1 Uhr ins Bett und beten dass die Vorhersage nicht eintraf. Aber der norwegische Wetterbericht ist zu unserem Leidwesen genauer als der deutsche.

Tag 3 16.04.2008:

Wie angekündigt blies uns nach dem aufstehen eine steife Brise ins Gesicht und an eine Ausfahrt war nicht zu denken. Leider war auch noch der VW-Bus von Sonja belegt, so dass wir unsere Zeit in Torsvag irgendwie totschlagen mussten. Also erst einmal die Karten gezinkt und einen munteren Skat hingelegt. Da aber gegen unseren Glücksmolli Heinz kein Kraut gewachsen war beschlossen wir doch mal einen Gang auf die Mole zu wagen und unser Glück mit kleinem Pilk zu versuchen. Zuerst an der Fischabfallrutsche mal versucht ans Wasser zu kommen, aber da ging leider nicht viel. Die Steine waren durch den Schnee viel zu rutschig und wir beschlossen unser Glück in der Hafeneinfahrt zu versuchen. Nach einer ganzen Weile lustloser Plümperei ohne jeden Zupfer, die Moral war so richtig im Ar..., machte ich mich doch wieder auf den Weg um die Naturködermontagen zu holen. Irgendwas musste doch gehen. Nach endlosem Marsch zurück und wieder auf die Mole war auf Pilker doch noch ein Erfolg zu vermelden. Ein halbstarker Köhler hatte den Pilk von Christian genommen und musste gleich in Streifen als Köder dienen. Also die Naturködermontagen rauf und ab in die Hafeneinfahrt. Keine 30 sec. und der erste zaghafte zupfer war zu spüren. Leider ging der Anhieb noch ins leere (War wohl ein Tribut an meine kalten Finger). Aber wenig später hatte Heinz Erfolg zu vermelden, als die erste ansehnliche Klische auf den Steinen landete. Auch Christian konnte noch eine nachlegen und dann waren erst einmal die Krabben am Haken. Dieser Spuck dauert aber nicht all zu lange und die nächste Klische landete auf den Steinen, eigentlich hätten wir fürs Abendbrot noch eine vierte gebraucht, aber es wollte keine mehr an den Haken gehen. Stattdessen mussten noch ein paar Seeskorpione unfreiwillig Fahrstuhl fahren, bevor wir uns wieder in unsere Unterkunft begaben. Der Wetterforecast war für den nächsten Tag auch nicht wirklich besser, 11m/s sollten es werden und wir machten uns auf das schlimmste gefasst.

Tag 4 17.04.2008:

Wie angekündigt ging am Vormittag gar nichts, so das erst einmal wieder die Skatkartan herhalten mussten und die Hoffnung auf den Nachmittag stieg ins Unermessliche. Aber auch am Nachmittag änderte sich nichts an der Wetterlage. Was soll ich sagen, wir wurden durch die Umstände Phlegmatisch und haben die Wohnung nicht verlassen. Statt den Fischen haben wir den Karten gehuldigt und sind mal dazu gekommen etwas früher ins Bett zu gehen.

Nicht wirklich aufregend der Tag

Tag 5 18.04.2008:

Für heute waren Windgeschwindigkeiten von 9m/s angesagt und wir freuten uns schon darauf aufs Wasser zu kommen, aber wenn schon nicht der Wind das Problem ist dann ist es die Sicht. Auf Grund selbiger nicht vorhandener Sicht war somit morgens nicht zu denken. Also wieder warten und hoffen.

Torsvag 2008.
Gegen 13.00 Uhr klarte es endlich auf und wir machten das Boot zum Auslaufen fertig. Natürlich waren die Buttplätze ins Visier genommen. Raus aus dem Hafen und gleich rechts Richtung Nakkebaen, aber nach ein paar hundert Metern erwartete uns eine Welle die schlimmes erahnen ließ. Wir haben es trotzdem noch mal probiert den Pilker an einer 80m Kante runter zu lassen und hatten auch gleich Fisch, 3 gute Dorsche um den Meter landeten in der Kiste. Dann meuterte allerdings meine Mannschaft mit der Begründung dass ein Angeln in der See unmöglich sei.

Wir beschlossen wieder südlich in der Fjord auf der Vannöya-Seite zu fahren um dort die Kanten abzuklappern. Die Welle im Fjord war durchaus angenehm und wir versuchten unser Glück bei 110m tiefe. Es dauerte auch nicht lange und die Dorsche stellten sich ein. Zwar nicht mehr so groß wie auf dem Atlantik, aber in schöner Portionsgröße. Also was für die Filetkiste. Zu guter Letzt fing unser Norwegenneuling noch einen kleinen Butt (ca.65cm) den wir aber nicht als Kveite erkannten, haben ja auch zum ersten Mal einen gesehen. Somit landete dieser, zugegebener Maßen, Untermaßige Fisch auch in der Fischkiste.

Danach ging’s wieder nach Hause, Fische versorgen, essen kochen und duschen. Danach die Hiobsbotschaft abholen das Samstag der Wind auch nicht viel besser werden sollte und dann wieder Missmutig ins Bett.

Tag 6 19.04.2008:

Torsvag 2008.
Wie gehabt, Wind zu stark für eine Ausfahrt. Aber heute hatten wir von Sonja den VW-Bus um an den Buroysund zu fahren. Also alle Mann ins Auto und los zur Hafenmole. Die Ruten waren kaum im Wasser da zupfte es auch schon wieder an den Naturködern. Was dann aber nach etlichen Misslungenen Anhieben zum Vorschein kam verschlug uns den Atem. Klischen in einer Größe durch die Mann noch bequem die Zeitung lesen konnte.

Ein Seeskorpion war auch mit von der Partie, aber nach 5 kleinen Platten und dem stehen in eisiger Kälte (der Wind hing voll im Sund) haben wir doch wieder die Heimreise angetreten. Da wir damit rechneten nicht mehr raus zu können haben wir noch einen Zwischenstopp bei Jonny eingelegt und uns ein bisschen was zum snacken besorgt. Wieder in Torsvag sahen wir aber das sich der Wind soweit gelegt hatte das wir wieder in den Fjord fahren konnten. Dort haben wir es wieder an den Kanten und auf den Plateaus probiert, aber der ersehnte Butt blieb leider aus. Dafür wieder Dorsch, Lumb und Konsorten.
Abends das übliche Spielchen: Fische versorgen und essen. Für Sonntag war ja schließlich weniger Wind angesagt.

Tag 7 20.04.2008 Teil 1:

Wir wollten heute früh auf dem Wasser sein und so fuhren wir um 6.00 Uhr los und steuerten die Plateaus Nordwestlich hinter Koja an, da dort die Fischer mehrere Butts erbeutet hatten. Aber auch heute wollte uns keiner der Gesellen an den Haken gehen. Stattdessen wieder Dorsche in allen Größen sowie Köhler.

Torsvag 2008.
Ich konnte an diesem Tage jedenfalls meine persönliche Bestmarke gleich 2-mal knacken. Das erste war ein Dorsch mit 131cm und 16kg. Endlich im Club der 130er und das zweite war ein Dorsch mit 133cm und 17,5kg, wobei sich doch 35 Pfund viel besser anhören. Nachdem es uns da draußen dann doch wieder zu unruhig wurde haben wir es noch mal im Fjord probiert und dort noch einen Lumb, mehrere Dorsche und meinen ersten Catfisch verhaftet. Christian wollte zwar den Gesellen nicht an Board haben und hat ihn eine viertel Stunde zum Plattfisch gehauen, aber ich hab ihn doch an Board genommen. Zu guter letzt sind wir noch mal auf die Gegenüberliegende Seite gefahren um auf den Plateaus dem Butt nachzustellen. Als wir gerade aufhören wollten kam beim Einholen ein 90er Butt hinter Christians Giant hinter her, schaute ihn kurz an und tauchte wieder ab. Also alles was Haken hat noch mal runter. Hat auch nicht lange gedauert und ich hatte einen Biss, aber nach 20 sec. war der Spuk vorbei und die Gegenwehr erlosch. Beim einholen musste ich dann erschrocken den Verlust des Schwanzes vom Giant beklagen. Jeder weitere Versuch doch noch einen Butt zu Hacken blieb leider erfolglos.

Sonntag - Stefans day – 20.04.2008:

Eigentlich waren wir Sonntag zu 13.00 Uhr mit Stefan verabredet und einer von uns sollte mit ihm raus fahren. Dummerweise hatten wir uns vorgenommen gegen 16.00 Uhr das Angeln einzustellen da wir ja noch packen mussten und die zeit nutzen wollten.
Also warteten wir bis 13 Uhr auf Stefan, aber er verspätete sich etwas und brauchte noch eine weile um sich fertig zu machen. Da ich Skipper war kam ich sowieso nicht in Frage bei Stefan mitzufahren und von den anderen wollte keiner warten bis Stefan fertig war. Also machten wir uns allein auf die Socken und verabredeten mit Stefan einen Treffpunkt auf dem Wasser. Dieser war an der Stelle wo uns der Butt schon ins Auge blickte und als wir auf dem Rückweg waren trafen wir noch Stefan der lieblos seine Rute im Rutenhalter baumeln ließ und den Giant sich selbst überließ. Wir hielten noch einen kurzen Smalltalk und Stefan meinte er würde auch gleich rein kommen, also schoben wir schon mal los Richtung Hafen um die Fische zu versorgen.
Wir waren gerade dabei zu filetieren und die großen Dorsche für Sonja fertig zu machen als Bjoernar um die Ecke geschossen kam, total aufgeregt und wild mit den Armen rudernd : " I've got a call from Stefan. He catched a Halibutt from 120kg and he needs some help." Mit diesen Worten bat er Heinz und mich mitzukommen. Ohne wirklich Vorbereitungen treffen zu können sprinteten wir an Board einer Arvor und noch bevor die Seile richtig gelöst waren drückte Bjoernar den Gashebel nach unten. Mit Vollgas verließen wir den Hafen und liefen in Richtung der letzten gemeldeten Position von Stefan. Auf Grund der hohen Dünung und der Vollgasfahrt machte mein Kopf Bekanntschaft mit der Türscheibe (Hat hohl geklungen) und unsere Hintern setzten mehrfach Unsanft auf der Motorabdeckung wieder auf nachdem wir einen halben Meter davon abgehoben hatten.
An der letzten Position von Stefan war nichts zu sehen, weit und breit keine Arvor und Bjoernar hatte natürlich sein Handy in der Eile vergessen. Also fing ich an Stefan anzuklingeln. Beim ersten Versuch klingelte es 7-mal bevor der AB ran ging und danach hatte ich nur noch die Freude mit dem AB zu sprechen (Das ist die Geschichte mit dem herunter gefallenen Handy: Stefan merk dir deine PIN besser). Während Bjoernar nun suchend durch die Gegend fuhr und wir alle nach einer weißen Arvor auf dem Ozean ausschau hielten (Sieht man wirklich gut, weißes Boot vor weißem Hintergrund, oder man verwechselt eine Schaumkrone mit einer Arvor) rief ich bei Sonja an das sie die Position von Stefan auf dem Rechner finden sollte. Leider fand aber auch Sonja kein Signal auf dem Rechner. Zu unserem Leidwesen war auch noch das GPS und die Tankanzeige auf unserer Arvor ausgefallen weil Bjoernar den Scheibenwischer angemacht hatte und die Sicherung flog (natürlich keine Reserve dabei). Nach vielen Telefonaten über mein Handy (man wird das ne Rechnung) bekamen wir die Mitteilung dass ein Fischer Stefan mit einem guten Fernglas gefunden hatte. Kaum gehört war der Gashebel wieder unten und wir rauschten auf den offenen Atlantik hinaus. Wellenhöhe mittlerweile bei gut 2 - 2,50m.
Nach gut 5 Minuten sahen wir am Horizont etwas weißes auf den Wellen tanzen und es war definitiv keine Schaumkrone. Mein Blick galt immer mehr der Tankanzeige die stetig auf Null stand.
Zwischenzeitlich bekam ich per Telefon die Nachricht dass sich Christian und Wolfgang mit der 3. Arvor auf den Weg gemacht hatten um ebenfalls nach Stefan zu suchen.
Bjoernar bugsierte unsere Arvor ohne Rücksicht auf Verluste längsseits neben Stefans Arvor. Sprang rüber und sagte mir nur noch dass er Stefan bei der Landung hilft und ich das Boot zurück fahren solle (Tankanzeige auf Null, kein GPS und das bei den Untiefen). Stefan war immer noch dabei etwas zu drillen das nicht zu sehen war, ich rief ihm schon zu das er beim nächsten mal doch gleich eine Harpune mitnehmen solle, wusste ja nicht das seine beim ersten Versuch mit allen Fendern flöten gegangen war. Also haben wir noch einmal bei ihm angelegt und alles an Fendern rüber gegeben was bei uns zu greifen war, das waren 2 große und 3 kleine Fender, dann gingen wir in ein Stück Abstand längsseits und suchten uns eine Position zum Bilder machen (die Videokamera war in der Eile natürlich zu Hause geblieben) Nach gut 10 min. hatte Stefan den Fisch an der Oberfläche, aus unserer Position war leider noch gar nichts zu erkennen, aber Bjoernar machte die Harpune bereit und ging auf die hintere Plattform in Stellung. Er stieß die Harpune in den für uns nicht sichtbaren Fisch und drückte diese noch 2-mal nach, das hörbare Geräusch dieser Aktion ist leider nur schwer wiederzugeben.
Der harpunierte Fisch zog sofort wieder ab, was Stefans Rolle mit lautem Kreischen bestätigte. Bjoernar fing in seiner Aufregung mehrfach an in Stefans Schnur zu greifen und konnte nur schwer davon abgehalten werden.

Torsvag 2008.
Der Fisch nahm alle 5 Fender mit in die Tiefe für eine letzte Gewaltige Flucht. Stefan eroberte dann langsam Meter für Meter seiner Schnur zurück bis endlich sein Vorfach sichtbar wurde und wir zum ersten mal einen Blick auf einen Teil des Fisches werfen konnten. Bjoernar schlug das zuvor angebundene Gaff in das Maul des Butts der noch einmal versuchte eine Flucht anzutreten und dabei beinahe Bjoernar mit über Board genommen hätte. Aber zu guter letzt konnte Bjoernar den Fisch doch vertäuen, er schnitt einen langen Schlitz in den unteren Kiemendeckel und befestigte ein weiteres Seil durch das Maul des Butts (Kurzer Kontakt mit den Zähnen inklusive). Dann versuchte er mit einer Schlaufe den Schwanz des Butts zu fassen zu kriegen, aber das war gar nicht so einfach und wir mussten erneut anlegen um ein zweites Gaff herüber zu geben. Stefan hielt mit dem 2. Gaff einigermaßen den Schwanz des Fisches hoch (eigentlich schon eher eine Fluke, oder wie heißt das bei Walen?) und beim 3. Versuch konnte Bjoernar das Seil um den Schwanz bekommen. er vertäute den Fisch seitlich an der Arvor und dann wurde erst einmal abgeklatscht.
Zwischenzeitlich hatte ich der 3. Arvor berichtet das wir Stefan gefunden und der Fisch sicher war, so das Sie in den Hafen zurück fahren konnten. Auch Sonja überzeugte sich noch einmal durch Telefonate davon dass der Fisch sicher war und keine Gefahr mehr bestand das er verloren gehen würde.
Bjoernar war nun völlig aus dem Häuschen und rief die ganze Zeit " It will be a new world record", konnte ja keiner wissen das dass für Harpunierte Fische nicht gilt. Aber den Rekord an sich kann Stefan so schnell sowieso keiner mehr nehmen.
Wir machten uns langsam auf den Rückweg zum Hafen, vorerst begleitete ich die Arvor von Stefan noch um zu sehen ob der Fisch auch sicher angebunden ist. Dann trat ich die Flucht nach vorn an und gab ein bisschen mehr Gas um rechtzeitig im Hafen zu sein und wenigstens das einlaufen auf Video fest zu halten. So hatten wir gut 10 min. Vorsprung als Stefan kam und ich bekam noch ein paar gute Bildchens auf Video.

Torsvag 2008.
Die Aufregung nach dem Anlegen war riesig, Sonja war im Dauertelefonat und am Steg mischten sich die Norwegischen, deutschen und russischen Stimmen die den Butt bewunderten. Es wurden erste Schätzungen über Länge und Gewicht des Fisches abgegeben und dann ging es daran den Fisch die Schmale Landungstreppe (war glatt) hinauf zu bugsieren. Stefan war sein Adrenalinstand deutlich anzusehen und Bjoernar lief immer noch herum wie ein aufgescheuchtes Huhn. Es sammelten sich immer mehr Menschen um Stefan und den großen Butt. Stefan kam aus dem Hände schütteln gar nicht mehr heraus.

Torsvag 2008.
Bjoernar holte zur Feier des Tages ein Flasche Weinbrand und goß uns allen großzügig ein. Dann wurde auf Sonjas Schwester gewartet die den Schlüssel für die Fischfabrik brachte damit wir wiegen konnten (Sonjas Waage wurde erst gar nicht in Betracht gezogen). Dazwischen erzählte uns Stefan das er am Ende 3 Stunden gedrillt hatte und den Fisch 3 mal an der Oberfläche hatte, das der erste Harponierungsversuch missglückt war und das er drauf und dran war die Schnur zu kappen (Glaub ich ihm immer noch nicht) Außerdem meint Stefan jetzt das er nie mehr im Leben so einen großen Fisch drillen will (Glaub ich ihm auch nicht).

Torsvag 2008.
Die Längenmessung vor Ort ergab 242 cm und wurde meines Wissens auch bei der offiziellen Messung nicht mehr revidiert.
Als Sonjas Schwester endlich da war bugsierten wir den Butt in die Fischfabrik und dort auf die Waage, obwohl der Fisch größer war als die Waage bekamen wir ihn irgendwie zum liegen.

Die Waage stoppte bei 194 kg Der Abend wurde noch recht feuchtfröhlich beendet und wir saßen am Ende noch bis 3 Uhr morgens mit Stefan zusammen der meinte er könne die nächsten 3 Tage eh nicht schlafen.

Nach 2 Stunden Schlaf brachte wurde schnell der Rest gepackt und Sonja brachte uns zurück zum Flughafen. Diesmal ohne Übergepäck zu bezahlen kamen wir mit tollen Eindrücken und Erinnerungen wieder Wohlbehalten in Berlin an. Was für ein Erlebnis !!!! Davon kann ich wohl ein Leben lang erzählen und ich muss nicht mal mit Anglerlatein aushelfen.

Juhu, ICH WAR DABEI !!!

Gestern erreichte mich noch eine SMS von Stefan das dass offizielle Wiegeergebniss am Montag 193 kg war.

Diese Reisebericht würde von Thomas M. aus Berlin-Spandau zur Verfügung gestellt.