
Angelruten
Eine Brandungsrute ist Ansichtssache. Die Möglichkeiten zum reinen Brandungsangeln wie an der Ostsee sind in Norwegen sehr schlecht. Dazu fehlen meist geeignete Sandstrände - aber es gibt sie. Daher ist es sinnvoll, sich vorher darüber zu informieren. Außerdem hängt es auch vom Platz im Fahrzeug ab, was mitgenommen werden kann. Dachboxen und Anhänger sind bei Platzmangel wirklich zu empfehlen. Dann kann man sich auf Eventualitäten gut einstellen. Andererseits wird oft alles mögliche mitgeschleppt, nur vor Ort dann nicht benutzt. Man hatte sich ja so viel vorgenommen.

Mit einer
leichten Pilkrute auf Plattfische oder Dorsch.
© norwegen-fishing.de
Als Minimumausrüstung sollte mindestens eine Pilkrute und eine
Naturköder-/Bootsrute mitgenommen werden. Für die Pilkrute empfiehlt sich
eine Stationär- oder kleine Multirolle, für die Naturköderrute ohne wenn und
aber eine Multirolle. Das ist eigentlich die Grundausrüstung für
erfolgreiches Fischen im Meer.
Wer gerne auch vom Ufer aus fischen möchte, sollte ernsthaft überlegen eine
Spinnrute inkl. kleiner Stationärrolle mitzunehmen. Gute Gelegenheiten
bieten sich immer und das Fischen mit der Spinnrute sorgt für Abwechslung.
Gerade wenn man mit Freunden zusammen einen zweiwöchigen Angelurlaub
verbringt, sind auch kleinere Spannungen vorprogrammiert. Mit der Spinnrute
in der Hand kann man sich für einige Stunden von seiner Truppe absetzen,
ohne auf das Angeln zu verzichten. Außerdem gibt es oftmals kleinere Seen
oder Flüsse in der Nähe. In diesen warten vielleicht prächtige Forellen auf
den Angler und bereichern den Speiseplan ungemein.
Wer sich eine neue Rute für Norwegen zulegen möchte, sollte von
Billigangeboten absehen...
Steckruten sind Teleskopruten vorzuziehen.
Steckruten haben eine wesentlich bessere Gesamtaktion. Eine gute Steckrute
(am besten zweigeteilt) aus Kohlefaser mit SIC-Ringen ist schon eine gute
Investition. Die vermeintlich höheren Anfangskosten zahlen sich später durch
mehr Spaß am Fischen aus. Nüchtern betrachtet ist eine Toprute eine
Investition fürs Leben. Diese kauft man nur einmal und hat dauerhafte Freude
dran. Und eine gute, teuere Rute hat höhere Reserven, als das vermeintliche
Schnäppchen in der staubigen Ecke des Gerätehändlers.
Rollenendring - Ja oder Nein?
Wer mit einer 30lbs Bootsrute liebäugelt und nicht weiß, ob diese einen
Spitzenrollerring haben sollte oder nicht: ein muss ist dieser nicht. Er
sorgt lediglich dafür, dass die geflochtene Schur mit schwerem Blei besser
ablaufen kann. Da wegen der hohen Bleigewichte auf diesem Endring die
höchste Belastung sitzt, entsteht eine hohe Reibung und damit Wärme. Billige
Hardloy Ringe eignen sich daher nicht so gut. Die bessere Wahl ist auch hier
eine komplette SIC-Beringung. Diese sind ausreichend hart, leiten die Wärme
besser ab und lassen dadurch die Schnur leichter laufen. Dieses Pro und
Contra ist aber Ansichtssache.
Gerätevorschläge
Pilken - Für das leichte Pilken bis 50m ist eine Pilkrute bis 150g WG
ausreichend. Entsprechend des Wurfgewichtes sollten auch die Pilker
dimensioniert sein. Geht es tiefer und werden die Pilker schwerer ist es
ratsam auf eine Pilkrute mit ca. 300g WG umzusteigen. Beim schweren Pilken
in großen Tiefen ab 100m ist von einer Pilkrute abzusehen und gleich zu
einer Bootsrute (je nach Tiefe und Pilkergewichten etwa 20-30lbs) zu
greifen. Über die Jahre ist der Trend zum "Light-Fishing" erkennbar. Es
macht einfach mehr Spaß am leichten Gerät!
Naturköderfischen - Hier fällt die Wahl auf eine Bootsrute. Die
"Allround-Bootsrute" hat ein Wurfgewicht von 30lbs. Damit läßt es sich in
150m ohne Probleme fischen. Geht es noch tiefer - beispielsweise auf
Großleng oder Heilbutt - dann sollte es schon eine 50lbs-Rute sein. Wie bei
Kleidung, ist es auch bei den Ruten. So kann es vorkommen, dass diese
unterschiedlich ausfallen, d.h. eine 30lbs-Rute der Firma X hat eine andere
Härte als die 30lbs-Rute von Firma Y. So kann beispielsweise die 30lbs-Rute
von Firma X die gleiche Härte wie die 20lbs-Rute von Firma Y haben.
Auch hier ist ein Trend auszumachen:
Großlengtouren sind das Stichwort! In den letzten Jahren werden immer wieder
Kapitale von 50 Pfund und mehr gefangen. Diese extremen Anforderungen setzen
absolutes Topmaterial voraus.
Spinnfischen - Eine herrliche Abwechslung bringt das Spinnfischen vom
Ufer, Steg oder Mole. Möglichkeiten bieten sich viele. Eine ca. 3m lange
Spinnrute mit 30-60g WG ist vollkommen ausreichend. Wer nicht gerade am Ufer
damit fischt, der kann sie auch vom Boot aus auf Makrele oder Pollack
einsetzen. Ein Drill mit so feinem Gerät macht großen Spaß.
Brandungsangeln - Ich denke, man fährt nicht unbedingt zum
Brandungsangeln nach Norwegen, aber wer dennoch auch in Norwegen in der
Brandung den Dorschen nachstellen möchte, der kann seine
Ostsee-Brandungsrute verwenden